Testbericht Samsung Gear S3 Frontier

Zusammen mit dem Samsung Galaxy S8+ hat die Digital-Redaktion von Radio4TNG auch die Samsung Gear S3 getestet.

Nur ungern habe ich meine Apple Watch in den vergangenen Tagen abgelegt. Zu sehr ist sie ein wichtiger Begleiter in meinem Alltag geworden, als dass ich sie einfach gegen eine beliebige andere Smartwatch eintauschen würde. Doch die Samsung Gear S3 Frontier versprach bereits beim Auspacken viel.

Geliefert wird die smarte Uhr in einer edlen Verpackung, welche auch in diesem Jahr wieder in runder Form geliefert wird. Nach dem ersten Öffnen findet sich die Gear direkt zuoberst auf einem praktischen Ständer, der auch zum kabellosen Laden später verwendet werden kann. Glücklicherweise muss die Uhr nicht jeden Tag an den Strom, der Akku hielt bei meinem Nutzungsverhalten rund drei Tage durch. Trotz dieser langen Laufzeit landete sie am Ende dennoch jeden Abend auf dem Nachttisch und damit auf dem Ladepuck – Gewohnheiten lassen sich nicht einfach ändern.

Mit einem Bildschirmdurchmesser von 3.3 Zentimetern ist die Gear Frontier nicht wirklich gross, dennoch erscheint sie an meinem eher dünnen Handgelenk wie ein Klotz. Dafür verantwortlich ist der eher grosse Rahmen mit der praktischen Lünette, welche Samsung auch in diesem Jahr verbaut. Der drehbare Rahmen dient als Bedienelement der Uhr und ersetzt den Finger, der auf dem kleinen Bildschirm den gesamten Inhalt verdecken würde. Tippen ist zwar möglich, Scrollen aber funktioniert nur mit der Lünette. Hier hat sich Samsung eine gute Lösung für ein kniffliges Problem einfallen lassen.

 

Sportliche Features, nur wenige Drittanbieter-Apps

Anders als die Classic-Variante, welche deutlich edler erscheint, ist die Frontier eher auf den sportlichen Nutzer ausgelegt. Schwimmen, Radfahren oder auch normales Laufen im Wald stellt für die Uhr kein Problem dar. Die Frontier ist bis 5 Meter wasserdicht und kann so auch im Schwimmbad genutzt werden, ein Einsatz im Meer empfiehlt sich aufgrund des salzigen Wassers trotzdem eher nicht. In meinem Test konnte die Uhr zuverlässig zwischen den verschiedenen Sportarten unterscheiden, lediglich bei langsamen Fahrradfahrten wechselte die Uhr manchmal in den Jogging-Modus. Andere Fitness-Funktionen wie beispielsweise die Pulsmessung oder GPS-Tracking sind ebenfalls inkludiert und stellen für den smarten Begleiter am Handgelenk kein Problem dar. Gerne hätte ich die Fitness-Funktionen der Samsung Gear S3 noch länger getestet, hier machte mir der einbrechende Winter allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Ansonsten halten sich die Funktionen der Smartwatch eher in Grenzen. Im Vergleich zu anderen Herstellern liefert auch Samsung in diesem Jahr kein Killer-Feature. App-Benachrichtigungen, SMS und Mails werden vom gekoppelten Smartphone emfangen und können mittels Diktierfunktion, Kurzantworten oder Tastatur beantwortet geben. Letztere macht allerdings auf dem kleinen Display nur wenig Sinn und kommt im klassischen Mobiltelefon-Format mit Drei- oder sogar Vierfachbelegung daher. Anders als die meisten anderen Smartwatch-Hersteller setzt Samsung aber nicht auf Android Wear, sondern das hauseigene Tizen-Betriebssystem.  Die Uhr lässt sich sowohl mit iPhones als auch mit Android-Smartphones (ab Android 4.4) verbinden und nutzen. Allerdings funktionieren die meisten Funktionen nur in Verbindung mit einem Android-Gerät, iPhone-Nutzer können beispielsweise keine Textnachrichten beantworten.

Im Samsung-App-Store finden sich diverse Apps, welche für die Gear S3 Frontier angepasst wurden. So kann beispielsweise der Streaming-Gigant Spotify mit einer Applikation für das Handgelenk aufwarten. Auf Wunsch lassen sich die Songs sogar offline speichern und via Bluetooth-Kopfhörer abspielen. Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz fällt das Angebot an Drittanbieter-Apps eher mau aus, die wichtigsten Funktionen finden sich allerdings ohnehin in den von Samsung bereits vorinstallierten Apps.

Persönlich nutze ich die Gear S3 Frontier am Ende vor allem, um mich über neue Nachrichten auf meinem Smartphone informieren zu lassen. Antworten schreibe ich direkt am Handy, dafür ist mir die Bedienung über die Uhr zu kompliziert. Ebenso erscheint mir die Uhr für mein dünnes Handgelenk eher klobig, für die meisten Benutzer dürfte dies im Alltag jedoch keine Rolle spielen. Nützlich sind vor allem die Fitness-Features wie beispielsweise die intelligente Umschaltung zwischen den einzelnen Sportarten. Die Fitness-Funktion der Samsung Gear S3 Frontier animiert mich auch zur Bewegung, wenn ich mal wieder zu lange am Schreibtisch sitze. So wie jetzt gerade.

Hinweis: Das Testgerät wurde uns für die Dauer des Tests von Digitec zur Verfügung gestellt.

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