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iPhone Xs: Gutes Flaggschiff zu gesalzenen Preisen

geschrieben von am 12. Dezember 2018

Mit dem iPhone Xs bringt Apple den nächsten Wurf auf dem Smartphone-Markt. Doch ist das neue Flaggschiff wirklich so gut?

Gross war der Aufschrei im vergangenen Jahr, als Apple das iPhone X vorstellte. Ein iPhone ohne Home-Button, welches rein mit einer Gestensteuerung funktionieren soll, das kann doch nicht funktionieren. Es kann. Mittlerweile seit einem Jahr setzte Apple ausschliesslich auf die Gestensteuerung und das Konzept scheint so gut zu funktionieren, dass die Firma aus Cupertino im Jahr 2018 den Button komplett wegstreicht. Auch das neue iPhone Xs kommt nur noch mit vier Knöpfen, die Lautstärke, die Stummschaltung sowie der Ein- und Ausschalter werden nach wie vor physisch betätigt. Ansonsten ist das iPhone Xs exakt gleich aufgebaut wie sein Vorgänger, besitzt – wie beinahe jedes Gerät in diesem Jahr – eine Notch auf der Vorderseite und kommt mit FaceID. Diese Funktion hat Apple im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich verbessert, sodass das Entsperren unter erschwerten Bedingungen – beispielsweise bei Regen – noch einmal eine Spur schneller und besser funktioniert als beim Vorgänger.

Ansonsten hat sich Apple in diesem Jahr vor allem um das Innenleben gekümmert. Ein neuer A12-Prozessor. Dieser wird in einem neuen Verfahren gefertigt und bietet so eine noch schnellere und flüssigere Performance als das iPhone X im vergangenen Jahr. Laut Apple arbeiten die einzelnen Kerne bis zu 50 Prozent schneller als noch im A11-Chip. Für die alltägliche Benutzung reicht das allemal, auch grafisch anspruchsvolle Spiele laufen auf dem iPhone Xs flüssig und ohne Ruckler. Auch Apps laden super schnell und ermöglichen so eine Benutzung auf allerhöchstem Niveau.

Gutes Display, weniger guter Akku

In Sachen Display bleibt sich Apple treu und setzt auch 2018 weiterhin auf ein OLED-Display. Die Auflösung ist gestochen scharf und selbst kleinste Details sind ohne Probleme erkennbar. Auch die Display-Helligkeit konnte überzeugen, selbst im Sonnenlicht ist der Bildschirm ohne Probleme ablesbar. Ganz so hell wie das in diesem Sommer getestete LG G7 ThinQ ist das Display des iPhone Xs allerdings nicht. Farben werden natürlich dargestellt und im Vergleich zum Vorgänger werden vor allem Videos noch einmal farbgetreuer abgespielt. Einen grossen Unterschied zum iPhone X macht sich auch nach einer mehrwöchigen Benutzung allerdings nicht bemerkbar.

Die Akkulaufzeit des iPhone Xs reicht für einen durchschnittlichen Tag ohne Probleme, Vielnutzer dürften bei der Konkurrenz deutlich zufriedener sein. Wir kamen in unserem Alltagstest ohne Probleme über den Tag hinweg und verbuchten am Ende eines 16-stündigen Tages immer noch 25 Prozent Akkustand, das ist im Vergleich zum Vorjahr sogar noch etwas mehr. Trotzdem zeigt die Konkurrenz, dass es auch anders geht. Das OnePlus 6 oder auch das Google Pixel können deutlich mehr. Leider wird durch das schwache mitgelieferte Netzteil auch der Ladeprozess auf unglaublich lange drei Stunden hinausgezögert, ein Schnelllade-Netzteil muss zusätzlich erworben werden. Für den Preis, den Apple für das iPhone Xs verlangt, sollte dies eigentlich zur standardmässigen Lieferung gehören. Die kabellose Qi-Ladetechnik ist auch in diesem Jahr wieder mit an Bord.

Starke Kamera, hoher Preis

Die Kamera hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur minimal geändert, doch hier bedarf es nach heutigem Stand auch keine grossartigen Entwicklungen. Die Fotos sind scharf und auch in dunklerem Licht kann das iPhone Xs mit seiner Kamera immer noch überzeugende Bilder liefern. Ein Rauschen auf den Bildern ist ur äusserst selten vorhanden und im normalen Tageslicht ist das iPhone Xs ganz vorne mit dabei. Freude macht auch der optische Zweifachzoom, mit welchem Objekte deutlich näher herangeholt werden können, ohne dass grossartig Bildqualität verloren geht.

 

Ansonsten hat Apple an diversen Stellen geschraubt und bringt unter anderem neue Anomoji, eine leicht verbesserte Gestensteuerung und mit iOS 12 unter anderem Funktionen wie eine Batterie- und Nutzungsstatistik, mehr Kontrolle über Push-Nachrichten oder ein verbessertes Siri, mit dem sich jetzt auch eigene Befehle bauen lassen. Dafür benötigt man allerdings nicht zwingend ein iPhone Xs. Neu ist hingegen die erstmalig verbaute eSim, mit der sich rein theoretisch zwei Sim-Karten nutzen lassen. Für den normalen Nutzer ist dies kaum von Vorteil, doch für Personen, die viel im Ausland unterwegs sind, dürfte dies ein deutlicher Vorteil darstellen. So können etwa im Ausland die günstigeren Datentarife genutzt werden. Am Ende unterstützen aber noch nicht alle Mobilfunkanbieter eSim, was zu Einschränkungen bei der Nutzung führt.

Trotz vielen kleinen Verbesserungen ist ein Upgrade vom Vorgänger absolut nicht notwendig, dafür sind die Fortschritte zu klein. Das weiss auch Apple und hat das iPhone X aus dem Verkauf genommen, denn: das neue iPhone Xs gibt es erst ab 1200 Franken, den grossen Bruder iPhone Xs Max sogar ab 1300 Franken. Das sind gesalzene Preise und kaum einer dürfte bereit sein, so viel Geld einfach mal eben für ein Handy auf den Tisch zu legen. Die meisten Geräte dürften über Verträge abgesetzt werden, denn in den teuersten Versionen kostet ein Gerät beinahe 2000 Franken. Für mehr Speicher verlangt Apple deutlich zu hohe Preise und 64 Gigabyte Speicher in der „billigsten“ Version sind deutlich zu wenig. Die hohen Preise hinterlassen nach dem Test, trotz einem tollen Gerät mit guter Hard- und Software, einen fahlen Nachgeschmack.

Hinweis: Das Gerät wurde uns für die Dauer des Tests von Digitec zur Verfügung gestellt. 


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