Sony Xperia XZ1: Grosses Gerät mit starker Kamera

Das Sony XPeria XZ1 kann mit einer starken Kamera überzeugen. Weniger toll ist jedoch die Software, wie der Testbericht von Radio4TNG zeigt.

Wer das aktuelle Flaggschiff von Sony das erste Mal in den Händen hält, dem fällt sofort die Grösse des Geräts auf. Doch im Gegensatz zu den meisten Top-Modellen ist hier nicht die ganze Vorderseite mit einem Display bedeckt. Oben sowie unten befindet sich relativ dicker Rahmen, welcher nicht wirklich eine Funktion hat. Nur die Kamera und die 2 Stereoboxen sind dort zu finden. Diese zwei Streifen könnten deutlich kleiner gehalten werden. Ansonsten ist das Xperia XZ1 designmässig sehr gelungen. Die abgerundeten Seitenkanten und die markanten Ober- und Unterkanten lassen das Gerät sehr stilvoll wirken.

Der Bildschirm hat eine gute Farbmischung und auch die Auflösung kann sich sehen lassen. Nur die automatische Helligkeitsabstimmung ist im Alltagstest komplett durchgefallen. Teilweise war sie zwar nützlich, jedoch hatte sie vor allem bei künstlichem Licht grosse Probleme und flackerte schnell, was eine angenehme Nutzung verunmöglichte. Der Ton des Gerätes hingegen kann sich durchaus hören lassen. Durch die oben und unten angebrachten Lautsprecher ist Musik hören oder Filme schauen sehr angenehm. Einzig der Bass geht bei den lauten Boxen etwas unter. Die Rückseite ist sehr schlicht gehalten. Auf der oberen Seite findet sich links eine Kamera, Blitz sowie diverse Sensoren rechts davon und in der Mitte des Geräts ein Logo. So hebt sich das aktuelle Sony-Flaggschiff deutlich von der sich immer mehr angleichenden Konkurrenz ab.

Kamera Top, Software hinterlässt gemischte Gefühle

Die Kamera kann überzeugen. Die Bilder sind gestochen scharf und mit einer sehr guten Auflösung. Videos kann man mit bis zu 4K aufnehmen, was im Alltag jedoch nur selten gebraucht wird, da der Bildschirm diese Qualität nicht wiedergeben kann. Als cooles Feature entpuppt sich die Zoom-Funktion, diese liefert auch bei grösserer Entfernung zum Objekt immer noch eine gute Qualität. Auch die verschiedenen Zeitlupen haben mich überzeugt. Mit einer durchaus guten Qualität kann man ein Video bis zu 8x langsamer abspielen.
Die 3D-Scan Funktion dagegen konnte mich nicht wirklich überzeugen. Zuerst muss man eine Person finden, welche sich überhaupt nicht bewegt. Währenddessen fuchtelt man vor dem Kopf dieser Person mit einem Smartphone herum. Danach muss man durch ein mühsames Verfahren möglichst viele Punkte erfassen, um danach ein verzerrtes Bild eines Kopfes zu erhalten. Es gibt verschiedene Aufnahmearten, welche jedoch zuerst freigeschaltet werden müssen. Wenn man also niemanden findet, der für das Kopf-Scannen Modell stehen möchte, kann man auch keinen Gegenstand einscannen.

Bleiben wir bei der Software. Als iOS-Nutzer musste ich mich zuerst umstellen und habe dabei einige coole Features entdeckt, wie die Benutzung zweier Apps gleichzeitig durch einen geteilten Bildschirm oder auch die Möglichkeit, einen Link in einem neuen Google Tab zu öffnen, welchen man in der Google Chrome App nachher auch weiterhin nutzen kann. Auch die Möglichkeit, das gesamte Software-Design zu verändern, konnte mich überzeugen. Manchmal bauen die Entwickler auch kleine Spielereien ein, so verwandeln sich Menüpunkte beim «Australian Day»-Design beispielsweise in Kängurus. Viele der empfohlenen Designs kosten allerdings Geld.
Die drei digitalen Buttons, mit welchen man durch einen Wisch zum Home Button zurückkehren, eine Aktion rückgängig machen oder zwischen den Apps wechseln kann, finde ich eine gute Alternative, obwohl die Tasten auch in physischer Form noch genügend Platz gehabt hätten.
Die Tastatur hat mir nicht besonders gefallen. Zum einen passt jeder Hersteller die Emoji-Darstellung individuell an, darum sehen viele der Emoticons auf jedem Gerät anders an. Ausserdem befindet sich die Taste zum Senden einer Nachricht direkt neben der Löschtaste. Das führt dazu, dass mehrere Nachrichten ungewollt abgesendet wurden.

Alles in allem finde ich das Gerät, insbesondere auch mit dem Home-Button an der Seite, welcher per gut funktionierendem Fingerabdrucksensor die Entsperrung drastisch erleichtert und der guten Kamera Top, die Software dagegen ist für mich mittelmässig. Zwar ist diese gespickt mit vielen coolen Features, jedoch hat sie auch einige Flops. Ob sich die mehr als 650 Franken lohnen, muss jeder selber wissen.

Der Testbericht zum Hören

 

Hinweis: Das Gerät wurde uns für die Dauer des Testes von Sony zur Verfügung gestellt.

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