Samsung Galaxy Note8: Gute Kamera, schlechtes Bixby

In den vergangenen drei Wochen hat die Technikredaktion von Radio4TNG das Samsung Galaxy Note 8 getestet. Der Testbericht.

Erster Eindruck

Was einem sofort ins Auge sticht, ist natürlich der riesige Bildschirm. Die Vorderseite wird praktisch nur noch von einem hochauflösenden Display, welches an den Seitenrändern abgerundet ist, eingenommen. Die Rückseite sieht auch etwas ungewohnt aus. Dort gibt es neu eine Duallinse, auf die ich mich besonders freue. Neben der Kamera wurde neu der Fingerprintsensor platziert, welcher leider eine kleine Enttäuschung ist. Der Scanner sitzt gefährlich nahe an der Kamera. Wie der sich im Alltag schlagen wird? Ich bin gespannt.
Der erste Eindruck: Ein sehr schönes Design mit viel Bildschirm.

Das ist sehr gut umgesetzt

Die grösste Umstellung, so glaubte ich, ist der fehlende Home-Button. Dies stellte sich aber als Fehlannahme heraus. Denn das beliebte Knöpflein wird durch einfaches, starkes Drücken am unteren Bildrand abgelöst. Nach wenigen Stunden habe ich mich bereits an die neue Bedienung gewöhnt.
Neu ist auch die erstmals in einem Samsung-Gerät eine Duallinse vorhanden, die mich sehr positiv überrascht hat. Scharfe Bilder, satte Farben und tolle Bildstabilisation!
Auch im Dunkeln konnte die Kamera überzeugen.

Mit der Duallinse werden neu auch Fotos mit unscharfem Hintergrund, aber trotzdem gestochen scharfem Vordergrund, ermöglicht.

Der neue Bildschirm gibt natürlich auch zu reden. Er bietet eine extrem hohe Auflösung und eine Helligkeit, die so ziemlich alles in den Schatten stellt, was ich bisher gesehen habe. Dazu kommt, dass der Bildschirm irgendwie überall ist. Einen Rand gibt es nur noch auf der oberen und unteren Seite und das auch nur in einer sehr geschrumpften Version.

Das ist eher nicht so gut umgesetzt

Gestört hat mich der abgerundete „curved“ Rand. Der sieht zwar auf den ersten Blick schön aus, hält aber eine böse Überraschung bereit. Sobald man nämlich von vorne auf das Handy schaut, stört der Rand nur noch mit Verfärbungen: Bei Videos nerven orange oder grüne Streifen und beim Lesen auf weissem Hintergrund stören graue Verfärbungen an den Rändern.
Dann wäre da das eigentlich tolle, aber viel zu hohe Display. Dies ist zwar gut für Texte und Chatverläufe und hat auch den netten Nebeneffekt, dass die Zahlen bei der Tastatur direkt oben eingeblendet werden, aber bei Videos wird entweder immer ein Teil abgeschnitten oder es hat links und rechts eine ziemlich grosse, ungenutzte Fläche. Es gilt anzufügen, dass dieses Format geeignet ist für moderne, breite Kinofilme. Angepasste Videos nutzen den Bildschirm in der Breite voll aus, oben und unten geht der Film genau bis an die Curved-Ränder. Verfärbungen entstehen somit keine.
Auch noch auf dem Programm steht der S-Pen. Dieser funktioniert gut und er fühlt sich beim Schreiben und Zeichnen täuschend echt an. Hier eine mit dem S-Pen gezeichnete Zeichnung:

Das Problem ist, dass ich ihn im Alltag schlecht einsetzen kann. Meiner Meinung nach hätte Samsung den Platz lieber in mehr Batterie oder Rechenleistung investiert.

Das hat mich richtig gestört

Natürlich haben mich einige Dinge so richtig gestört. Zum Beispiel das Entsperren.
Hier gibt es neu die Möglichkeit, einfach das Gesicht zu scannen. Und ja, ich habe es getestet, man kann das Note8 wirklich mit einem Foto austricksen. Ebenfalls neu ist der Iris-Scanner. Bei diesem taucht ein weiteres Problem auf, denn bei normal geöffneten Augen funktioniert dieser kaum. So kam es, dass ich jedes Mal allen in der Nähe stehenden Personen erklären musste, warum ich mit weit aufgerissenen Augen in mein Handy starre. Bleibt also noch der Code, bei dem man die Zahlen sieht, die man eingibt. Super, wenn ich in der vollgestopften Strassenbahn meine WhatsApp-Nachrichten lesen möchte und danach jeder meinen Code kennt. Mir blieb also nichts anderes übrig, als jedes Mal das Handy umzudrehen, um den Fingerabdrucksensor zu erreichen, der meistens erst nach dem zweiten bis dritten Anlauf funktionierte.
Auch gibt es das neue Bixby, für welches extra eine Taste eingebaut wurde. Diese ist jedoch nicht besonders geschickt platziert und wird häufig versehentlich gedrückt. Bixby ist eine Sprachsteuerung, vergleichbar mit Alexa oder Siri. Leider ist diese Funktion erst in Englisch, Koreanisch und Mandarin verfügbar. Bixby ermöglicht zudem, Dinge zu scannen, um dann das gescannte Produkt im Netz abzurufen. Diese Funktion sollte aber noch verbessert werden, denn ich habe zum Beispiel einen Luftfilter gescannt. Erkannt hat Bixby allerdings einen Abfalleimer. Generell also eine unausgereifte Funktion!

Fazit

Am Ende war ich trotz der Mängel positiv überrascht und würde dieses Handy auch längere Zeit brauchen. Die genannten Probleme sollte Samsung in einer nächsten Generation beheben, denn immer wieder war ich – trotz des tollen Gerätes – auch genervt.

Der Testbericht als Audio

 

Hinweis: Das Testgerät wurde uns für die Zeit des Testes von BRACK.CH zur Verfügung gestellt.

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